🕯️ Stilles Gedenken in der Lausitz Am Sonntag, 16. November 2025, wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. In der Lausitz stehen die Zeichen auf stilles Gedenken: An öffentlichen Gebäuden wehen die Flaggen auf Halbmast, vielerorts werden Kränze niedergelegt und Schweigeminuten abgehalten – unter anderem am Ehrenmal an der Dr.-Kahlbaum-Allee in Görlitz sowie an Gedenkstätten in Senftenberg, Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda. In Niesky laden Stadt und Kirchgemeinden um 14 Uhr auf den Waldfriedhof zum gemeinsamen Erinnern ein.
📜 Hintergrund des Gedenktages Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag und zählt zu den stillen Tagen. Seit 1952 liegt er zwei Sonntage vor dem ersten Advent. Neben dem Andenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft betont Sachsen ausdrücklich auch das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur sowie der kommunistischen Herrschaft in SBZ und DDR. In vielen Bundesländern gelten an diesem Tag Einschränkungen für Tanz- und Musikveranstaltungen; die Beflaggung an öffentlichen Gebäuden erfolgt auf Halbmast.
🚩 Regeln der Trauerbeflaggung Ausdruck des stillen Charakters ist die Trauerbeflaggung: Nach dem Beflaggungserlass des Bundes werden Bundes- und Landesflaggen zunächst voll gehisst und anschließend auf halbmast gesetzt. Banner, die sich nicht absenken lassen, erhalten einen Trauerflor. Der Volkstrauertag gehört zu den regelmäßigen allgemeinen Beflaggungstagen; an ihm ist halbmast zu flaggen. Die Beflaggung beginnt bei Tagesanbruch, jedoch nicht vor 7 Uhr, und endet bei Sonnenuntergang. Diese Praxis sorgt bundesweit für ein einheitliches, würdiges Zeichen staatlichen Gedenkens.
🏛️ Gedenken vor Ort In der Lausitz prägen heute Gedenkfeiern das Bild: Kranzniederlegungen, kurze Ansprachen und Momente der Stille finden an zentralen Erinnerungsorten statt. Die lokale Verankerung – von Görlitz über Senftenberg bis Hoyerswerda – macht sichtbar, dass erinnerungspolitische Verantwortung nicht nur in den Hauptstädten, sondern gerade vor Ort getragen wird.
🧭 Einordnung und Bedeutung Der Volkstrauertag mahnt zur historisch informierten Nüchternheit. Halbmast-Beflaggung und zurückgenommene öffentliche Unterhaltung sind keine bloßen Rituale, sondern Ausdruck eines konsequenten Respekts vor den Opfern und ihrer Geschichte. In einer Zeit globaler Konflikte wirkt dieser stille Sonntag als konservatives Korrektiv: Er fordert Würde im öffentlichen Raum, Ernst in der politischen Symbolik und eine klare, verlässliche Form des Gedenkens – vor Ort, sichtbar und verbindlich.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Volkstrauertag verlangt Würde im öffentlichen Raum und strikte Zurückhaltung. Er ist keine Bühne für Unterhaltung, sondern ein verbindlicher Moment des stillen Respekts vor den Opfern von Krieg, Gewaltherrschaft, NS-Diktatur und kommunistischer Herrschaft. Halbmast, Kranzniederlegungen und Schweigeminuten sind bewusst konservative Zeichen, die Ordnung und Ernst einfordern. Wer diese Formen relativiert, schwächt das gemeinsame Gedächtnis und verkennt die Last der Geschichte. Die lokale Verankerung, wie sie in der Lausitz sichtbar wird, zeigt: Verantwortung wird nicht nur in den Hauptstädten, sondern gerade vor Ort getragen.


