🏰 Auftakt im Neuen Schloss Im Festsaal des Neuen Schlosses in Bad Muskau hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Donnerstagabend, 13. November 2025, das Muskauer Schlossgespräch moderiert. Gesprächspartnerinnen waren die Schauspielerin Claudia Wenzel und die Journalistin und Autorin Christiane Hoffmann. Thema des Abends waren die tiefen Zäsuren der Jahre 1945 und 1989, erzählt aus persönlichen Lebenswegen und mit Blick auf deren Nachwirkungen bis heute.
🧭 Bewusster Rahmen Der Ort war bewusst gewählt: Das Neue Schloss im UNESCO-Welterbe Muskauer Park dient seit Jahren als Bühne für öffentliche Debattenformate in der Lausitz. Kretschmer trat nicht nur als Regierungschef auf, sondern auch als Vorsitzender des Fördervereins „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ e. V. Das Format richtet sich an ein breites Publikum der Region und will historische Erfahrungen mit Gegenwartsfragen verbinden.
🗣️ Erzählen lassen Kretschmer ließ Wenzel und Hoffmann ausdrücklich erzählen und setzte damit den Ton des Abends: biografisch, reflektiert, ohne Schaufenster-Rhetorik. Der Verzicht auf politische Schlagworte schuf Raum für persönliche Erfahrungen und nüchterne Einordnung.
😄 Humor als Türöffner Eine launige Bemerkung des Ministerpräsidenten über die Bösewicht-Rollen rothaariger Schauspieler – einschließlich seiner selbst in der politischen Wahrnehmung – lockerte den Einstieg, bevor es in die Substanz ging.
🎭 Claudia Wenzel Wenzel, vielen aus „Zahn um Zahn“, „Unser Lehrer Doktor Specht“ oder „In aller Freundschaft“ bekannt, stand an diesem Abend für die Wende- und Nachwende-Erfahrungen einer ostdeutschen Künstlerin. Ihre Perspektive machte sichtbar, wie Umbrüche nach 1989 Lebenswege prägen und dennoch neue Brücken schlagen können.
🖋️ Christiane Hoffmann Hoffmann, langjährige Journalistin und Autorin, brachte die Erinnerung an Flucht und Vertreibung 1945 in die Debatte ein – und die Spuren, die diese Erfahrungen in Familienbiografien und gesellschaftlichen Diskussionen hinterlassen haben.
🔗 Brüche und Brücken Gemein war beiden der nüchterne Blick auf Brüche und Brücken deutscher Geschichte. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erfahrungen verbinden, welche trennen – und was davon bis heute fortwirkt.
🛠️ Bedeutung für die Region Für eine Region im Strukturwandel war das Gespräch mehr als Kulisse: eine Einladung, Geschichte als Auftrag zur Selbstvergewisserung zu begreifen – im besten Sinne konservativ, identitätsstiftend und anschlussfähig an Gegenwartsfragen. Dass es an einem Ort stattfand, der selbst für Kontinuität und Erneuerung steht, passte zum Anliegen des Abends.
🎯 Ertrag des Abends Das Schlossgespräch zeigte, wie kraftvoll historisches Erzählen sein kann, wenn es nicht moralisierend, sondern erhellend auftritt. Indem Kretschmer den Diskutantinnen Raum gab, verschob sich der Fokus weg vom tagespolitischen Schlagabtausch hin zu Erfahrungen, die ost- und westdeutsche Biografien verbinden oder trennen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Dieses Format setzt das richtige Zeichen: Wer Zukunft gestalten will, beginnt mit der ehrlichen Ordnung der Vergangenheit. Die Verbindung von 1945 und 1989 über persönliche Lebenswege ist kein Moralisieren, sondern eine notwendige Erdung. Kretschmers zurückhaltende Moderation ist Ausdruck konservativer Tugend – Orientierung geben, ohne sich vorzudrängen. Identität entsteht aus Herkunft und Verantwortung, nicht aus tagespolitischem Lärm. Solche Abende stärken den inneren Kompass einer Region im Wandel und widersprechen jeder Tendenz zur Geschichtsvergessenheit.


