🎄 Neustart mit Profil Bautzen richtet seinen traditionsreichen Wenzelsmarkt inhaltlich und optisch neu aus. Grundlage ist ein von der Stadt beauftragtes Konzept der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, das eine stärkere Inszenierung von König Wenzel, eine verbesserte Beleuchtung, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und eine klarere Wegeführung empfiehlt. Ziel ist ein zeitgemäßes, zugleich eigenständiges Erscheinungsbild des ältesten urkundlich erwähnten Weihnachtsmarkts Deutschlands.
🧭 Breit angelegte Bestandsaufnahme Ausgangspunkt der Neuausrichtung ist eine umfassende Analyse: Die GMA erarbeitete eine rund 70-seitige Bestandsaufnahme auf Basis einer Online-Befragung mit deutlich über 1.100 Teilnehmenden sowie zweier Workshops mit Verwaltung, Händlern, Akteuren und Stadträten. Die Ergebnisse bilden den fachlichen Rahmen für die kommenden Schritte.
🏛️ Kommunale Verantwortung Politisch setzt die Stadt auf den klassischen Weg: Der Wenzelsmarkt bleibt in kommunaler Hand, eine Auslagerung an Agenturen ist nicht vorgesehen. Parallel wird ein Punktesystem eingeführt, das Angebote der Beschicker vergleichbar macht und Qualitätskriterien sichtbar verankert.
👑 König Wenzel als Leitfigur Kern der inhaltlichen Schärfung ist eine prägnantere Erzählung rund um König Wenzel. Eine szenografisch abgestimmte Beleuchtung, zusätzliche Sitzbereiche und eine klar strukturierte Wegeführung sollen Besucherströme lenken und die Verweildauer erhöhen.
🏘️ Gestaltung im Altstadtraum Die Stände sollen einheitlicher und hochwertiger gestaltet werden, damit der historische Stadtraum angemessen zur Geltung kommt. Die fachliche Leitlinie bleibt konservativ: Bewahren, was trägt – verbessern, was schwächelt.
🧩 Transparente Qualitätssicherung Operativ setzt die Stadt auf Steuerung statt Auslagerung. Das neue Punktekorsett für Händler steht für Transparenz statt Bauchgefühl, sichert Qualität und Vielfalt und soll einen deutlichen Sprung in der optischen wie inhaltlichen Ausprägung ermöglichen, ohne den Charakter des Marktes zu verwässern.
❄️ Ergänzende Winteroption Zugleich wird geprüft, ob die stille Zeit zwischen den Jahren mit einem kleinen Wintermarkt sinnvoll gefüllt werden kann. Der entsprechende Prüfauftrag an die Händler signalisiert behutsames, aber konsequentes Weiterdenken.
💡 Prioritäten, Budgets, Kuratierung Die Stoßrichtung ist klar: kommunale Verantwortung, verlässliche Qualitätsmaßstäbe und eine stärkere historische Klammer. Entscheidend wird die Umsetzung – stringent, maßvoll und ohne Eventisierung. Beleuchtung, Standästhetik und Wegeführung erfordern Prioritäten und verlässliche Budgets. Ebenso wichtig ist die Kuratierung: Regionale Handwerkskunst und lokale Identität müssen sichtbar bleiben, damit der Wenzelsmarkt durch Haltung und Handwerk an Profil gewinnt statt durch laute Effekte.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Stadt wählt den richtigen, konservativen Weg: Maß halten, Qualität sichern, Identität stärken. Die stärkere Rolle von König Wenzel kann Orientierung stiften, sofern sie würdevoll und ohne Kitsch erfolgt. Ein straffes Punktesystem ist überfällig, wenn es Handwerk und regionale Vielfalt tatsächlich bevorzugt. Eventisierung wäre die falsche Antwort; es braucht handwerkliche Substanz statt Effekte. Ein Wintermarkt kann ergänzen, darf aber den Charakter des Wenzelsmarkts nicht verwässern.


