🏔️ Winterstart auf der Landeskrone Die Betreiber der Gipfelgastronomie auf der Görlitzer Landeskrone wollen nach einem gelungenen Sommer den Schritt in den Winter wagen und den bisherigen Biergarten als Cafébetrieb in Innenräumen fortführen.
🧭 Hintergrund Es war die erste Saison nach dem öffentlich ausgetragenen Streit um die Anlage auf dem Hausberg, vielfach als ‚Menzel-Eklat‘ bezeichnet. Die Auseinandersetzung prägte das Umfeld der Gastronomie ebenso wie infrastrukturelle Fragen, die bis heute nachwirken.
🚈 Regelungen für Bergfahrten Seit März 2025 ist klar: Der touristische ‚Landskron‑Express‘ darf ohne entsprechende Zulassung nicht auf den Berg. Das zuständige Landesamt untersagt Fahrten bei Steigungen über zehn Prozent, die Landeskrone weist jedoch Abschnitte mit bis zu 20 Prozent auf. Diese Vorgaben begrenzen bis heute die Möglichkeiten für Shuttle- und Bahnverkehre und wirken direkt auf die Logistik am Gipfel.
👨🍳 Saisonbilanz der Betreiber Seit Mai 2025 verantworten Patrick Lukoschek und Heiko Mantel den Betrieb. Ihr Zwischenfazit fällt positiv aus: Viele Ausflügler nutzten die warmen Herbsttage, die Rückmeldungen waren überwiegend freundlich. Herausforderungen bleiben die Personalgewinnung und die Versorgung in der exponierten Höhenlage.
☕ Fokus auf Innenräume Für die kalte Jahreszeit verlagern die Betreiber den Schwerpunkt bewusst nach innen. Statt den witterungsanfälligen Außenbereich zu bespielen, soll ein wintertauglicher Cafébetrieb mit überschaubarer, verlässlicher Karte für Planbarkeit sorgen.
🏛️ Naturschutz und Denkmalschutz Die Landeskrone steht seit Jahrzehnten unter Naturschutz, das Ensemble aus Aussichtsturm, Hotel und Gastronomie zusätzlich unter Denkmalschutz. Dadurch sind bauliche Eingriffe stark begrenzt; jede Entscheidung von der Warenanlieferung bis zur Gästezufahrt erfordert besondere Sorgfalt. Im Winter verschärfen Witterung, kürzere Öffnungszeiten und schwer kalkulierbare Auslastungen die Planungslage weiter.
- Naturschutz: Eingriffe in die Umgebung sind nur in engen Grenzen möglich
- Denkmalschutz: Substanzschonung hat Vorrang vor Umbauten
- Witterung: Mehr Unsicherheiten bei Transporten und Nachfrage
- Kalkulation: Reduzierte Angebotstiefe zur Begrenzung fixer Kosten
🚶 Zielgruppen im Winter Tragen soll den Betrieb vor allem das Publikum, das den Berg aus eigener Kraft erreicht: Wanderer, Einwohner aus Stadt und Umland sowie Tagesgäste. Entscheidend sind verlässliche Öffnungszeiten, warme Räume und eine kleine, solide Auswahl an Speisen und Getränken.
🚚 Logistik als Dauerstresstest Die ohnehin anspruchsvolle Versorgungslage auf dem Gipfel bleibt ein zentrales Risiko. Ohne reguläre Fahrzeugfrequenzen müssen Beschaffung, Personalplanung und Gästeströme besonders eng geführt werden, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu sichern.
📊 Unternehmerische Einordnung Der Schritt nach innen ist weniger Event als betriebswirtschaftliche Vorsicht: ein kontrollierter Belastungstest mit begrenztem Risiko. Das Konzept misst Nachfrage, hält Fixkosten niedrig und passt zur Unsicherheit, die aus ungeklärten Infrastruktur- und Genehmigungsfragen resultiert.
🔭 Ausblick Die Betreiber setzen auf einen konservativen, realistischen Kurs, der Verlässlichkeit über Spektakel stellt. Gelingt der Wintertest, rückt das Ziel eines ganzjährigen Ausflugsangebots näher. Maßstab bleiben solide Abläufe, angepasste Kapazitäten und gastnahe Qualität.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kurs ist richtig: Wer in sensibler Lage wirtschaften will, muss klein beginnen und verlässlich liefern. Ein geschützter Standort verträgt keine Schnellschüsse und keine lauten Versprechen. Entscheidend sind klare Prozesse, begrenzte Fixkosten und eine Karte, die man jeden Tag sicher bedienen kann. Ohne abschließende Klärung der Rahmenbedingungen wäre Expansion unvernünftig. Die Betreiber wählen Disziplin vor Showeffekt und übernehmen damit Verantwortung. Genau so wird aus einer Saisonchance ein tragfähiger Betrieb.


