🏛️ Rückzug aus Verantwortung: Waldhufens Langzeitbürgermeister Brückner gibt Amt vorzeitig ab

📰 Rücktritt nach 35 Jahren an der Spitze Waldhufen verliert einen kommunalpolitischen Daueranker: Bürgermeister Horst Brückner gibt sein Amt zum 30. November 2025 ab. Der Schritt erfolgt auf eigenen Wunsch und nach Zustimmung des Gemeinderats – rund drei Jahre vor dem regulären Ende der laufenden Amtsperiode. Als Hauptgründe nennt der langjährige Rathauschef sein Alter und eine wachsende Bürokratielast.

🧭 Einordnung: Ende einer Ära Brückners Rückzug markiert das Ende einer außergewöhnlich langen Amtszeit und steht sinnbildlich für den zunehmenden Druck auf die kommunale Selbstverwaltung. Der freiwillige Abschied wird als bewusste Zäsur vollzogen und ist zugleich ein Hinweis darauf, dass Detailregulierung und Zusatzaufgaben in kleinen Gemeinden spürbar an Grenzen führen.

🗳️ Hintergrund: Deutlicher Rückhalt in der Bevölkerung Brückner prägte die Oberlausitzer Gemeinde über Jahrzehnte. Bei der Bürgermeisterwahl 2022 trat er als Einzelbewerber an und erhielt 94 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent. Bereits 2024 kündigte der heute 72‑Jährige an, früher aufzuhören – auch aus Frust über ausufernde Verwaltungsauflagen. Sein erneuter Satz „Aus der Kommunalpolitik ziehe ich mich zurück“ unterstreicht die Endgültigkeit der Entscheidung.

🧓 Motivlage: Alter und Regulierung Der Bürgermeister begründet den Schritt mit persönlichen und strukturellen Faktoren: das fortgeschrittene Alter und eine zunehmende Regulierungsdichte, die Kommunen mit immer mehr Aufträgen und Vorgaben belastet. Diese Kritik hatte er schon 2024 öffentlich formuliert und nun bekräftigt. Die beschriebenen Belastungen treffen insbesondere kleine Landgemeinden.

🗓️ Zeitplan und Verfahren Der Zeitplan steht fest: Brückner scheidet zum 30. November 2025 aus dem Amt aus. Die Amtsniederlegung erfolgt freiwillig; der Gemeinderat hat den Schritt in seiner jüngsten Sitzung gebilligt. Er selbst betont, der Rücktritt sei „später als ursprünglich geplant“, gleichwohl deutlich vor dem vorgesehenen Amtsende.

🤝 Herzensprojekt gestoppt: Gemeinde‑Ehe mit Vierkirchen Politisch blieb Brückner ein zentrales Anliegen verwehrt. Die geplante Fusion mit der Nachbargemeinde Vierkirchen wurde zum Jahreswechsel 2024/25 grundsätzlich genehmigt, aber durch einen Widerspruch der Stadt Reichenbach/O.L. vorerst gestoppt. Beide Gemeinden bestehen 2025 unverändert fort.

🏛️ Strukturelle Lage: Ehrenamt unter Druck Waldhufen wird – wie viele sächsische Landgemeinden – von einem ehrenamtlichen Bürgermeister geführt. Zwischen lokalen Erwartungen, rechtlichen Vorgaben und knappen Ressourcen geraten die Handlungsspielräume schnell an Grenzen. Die ausgebliebene Fusion verhindert zusätzlich den erhofften Zugewinn an Verwaltungskraft und Planbarkeit.

📌 Konsequenzen für die Gemeinde Mit dem angekündigten Rücktritt ist die Gemeinde gefordert, die Nachfolge zügig zu ordnen und die Handlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern. Ohne die Fusion bleibt der Druck auf Prozesse und Projekte hoch, was verlässliche Strukturen und klare Zuständigkeiten umso wichtiger macht.

🇩🇪 Weichenstellung für den Freistaat Der Fall Waldhufen wirft die grundsätzliche Frage auf, wie Ehrenamt und Professionalität in kleinen Gemeinden so stabilisiert werden können, dass strategische Vorhaben verlässlich gelingen. Insbesondere interkommunale Zusammenschlüsse benötigen Rahmenbedingungen, die Verwaltungsrealität und politischen Anspruch enger zusammenführen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Rückzug ist ein spätes, aber konsequentes Signal: Überbordende Vorschriften schwächen jene, die Verantwortung tragen. Wer kommunale Selbstverwaltung ernst nimmt, entrümpelt Vorgaben, stärkt das Ehrenamt und schafft klare, verlässliche Verfahren. Interkommunale Zusammenschlüsse dürfen nicht an formalen Hürden hängen bleiben, wenn sie vor Ort sinnvoll sind. Waldhufen braucht jetzt eine geordnete Nachfolge statt Experimente. Der Freistaat ist in der Pflicht, Rahmenbedingungen zu setzen, die Leistung und Verlässlichkeit belohnen – nicht Papierstapel.

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