📰 Einordnung Der Dresdner Unternehmer Johannes Gabel treibt die Kommerzialisierung ostdeutscher Marken weiter voran: Auf einer Ost-Messe in Berlin sicherte sich der 42-Jährige zusätzliche Produktrechte und übernahm den „Pfunds Spezialitätenladen“ in der Neustadt, was sein DDR-orientiertes Angebot sichtbar verbreitert; der Beitrag erschien am 4. November 2025.
🧴 Hintergrund Gabel hatte 2008 die traditionsreiche Schaumbad-Marke Badusan erworben und produziert seitdem am Standort Dresden-Gorbitz nach überlieferter DDR-Rezeptur. Er begründet sein Konzept mit einem doppelten Anspruch: wirtschaftlicher Erfolg und das Bewahren eines Stücks Alltagskultur. Parallel wurden Klassiker behutsam modernisiert, etwa um Duschbad- und Flüssigseifen-Varianten.
🛍️ Neue Markenrechte Auf der diesjährigen Ost-Messe kaufte Gabel die Rechte an Pfefferminzbonbons der Marke Wusil sowie an Biomalz. Verbunden sind zusätzlich die DDR-Lebensmittelfarbe und eine traditionelle Brotbackmischung, womit das Sortiment über Kosmetik hinaus in den Bereich Lebensmittel erweitert wird.
- Wusil Pfefferminzbonbons
- Biomalz
- DDR-Lebensmittelfarbe
- Traditionelle Brotbackmischung
🏬 Schaufenster in der Neustadt Zudem übernahm Gabel die Geschäftsführung des „Pfunds Spezialitätenladens“ an der Bautzner Straße, unmittelbar neben der weltbekannten „Pfunds Molkerei“.
🏭 Produktion und Logistik Operativ stellt Gabel die Weichen für die Ausweitung der Herstellung: Der von ihm betriebene Getränkemarkt gegenüber der Badusan-Fertigung am Leutewitzer Ring soll bis Jahresende schließen, die Flächen werden für Produktion, Abpacken und Versand von Lebensmittelfarbe und Pfefferminze genutzt.
🛒 Vertriebskanäle Der Verkauf erfolgt sowohl online als auch vor Ort; ergänzt wird das Angebot um Klassiker wie die gelben Badusan-Enten.
📈 Strategische Linie Mit dem Zukauf von Markenrechten und der Kontrolle über einen einschlägigen Fachladen baut Gabel eine vertikal integrierte Nische rund um Ost-Produkte aus und adressiert eine weiterhin vorhandene Nachfrage nach DDR-Klassikern.
⚖️ Chancen und Risiken Das Konzept trägt Potenzial, birgt aber das Risiko, Nostalgie als reines Verkaufsargument zu überdehnen. Entscheidend wird sein, ob Qualität, Verfügbarkeit und Preispunkt den historischen Charme mit belastbarer Gegenwartstauglichkeit verbinden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Expansion ist folgerichtig, doch sie wird nur Bestand haben, wenn Substanz vor Stimmung steht. Wer auf Ost-Klassiker setzt, muss konsequent bei Qualität, Lieferfähigkeit und vernünftigen Preisen liefern. Nostalgie darf flankieren, aber nicht führen. Der Markt wird Hartnäckigkeit belohnen und reine Reminiszenz bestrafen. Gabels Kurs ist nachvollziehbar, der Beweis der Alltagstauglichkeit steht nun an.


