DAS NEUSTE

📊 Zustimmung aus ungewohnter Richtung: Hälfte der SPD-Anhänger stützt Merz’ Warnung zum Stadtbild

📰 Breite Zustimmung für Merz-Aussage Trotz heftiger Kritik aus Teilen der Ampel findet die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz CDU, im Zusammenhang mit Migration gebe es ein Problem im Stadtbild, breite Unterstützung. Laut einer YouGov-Erhebung für WELT AM SONNTAG stimmen in der Gesamtbevölkerung 58 Prozent zu, 21 Prozent lehnen ab. Bemerkenswert ist die Resonanz im sozialdemokratischen Lager: Jede zweite SPD-Anhängerin beziehungsweise jeder zweite SPD-Anhänger unterstützt die Einordnung.

📌 Hintergrund der Debatte Die Auseinandersetzung gewann an Dynamik, nachdem Merz die Lage im öffentlichen Raum thematisiert hatte. Führende Sozialdemokraten warnten vor spaltender Rhetorik; SPD-Chef Lars Klingbeil mahnte zur sprachlichen Abrüstung, der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler kritisierte den Kanzler scharf. Zugleich stellten 60 prominente Frauen die Sicherheit von Frauen ins Zentrum der Diskussion, während Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank Grüne vor einer Verengung auf migrationspolitische Aspekte warnte.

📊 Parteispektrum im Überblick Die Daten zeigen deutliche Unterschiede entlang der Parteipräferenz. Unter SPD-Anhängern halten 50 Prozent die Aussage für kein Tabu und für das, was viele denken, 29 Prozent sprechen von einem Tabubruch. In der Gesamtbevölkerung überwiegt die Zustimmung klar. Besonders hoch fällt sie bei Union und AfD aus, während bei Grünen und Linken die Ablehnung dominiert.

  • SPD: 50 Prozent Zustimmung, 29 Prozent Tabubruch-Wahrnehmung
  • GesamtbevĂślkerung: 58 Prozent Zustimmung, 21 Prozent Ablehnung
  • Union: 82 Prozent Zustimmung
  • AfD: 79 Prozent Zustimmung
  • GrĂźne und Linke: Ablehnung Ăźberwiegt mit 65 Prozent bzw. 61 Prozent

🌆 Demografie und Wohnorte Zustimmung und Ablehnung variieren nach Alter und Lebensraum. Bei den 18- bis 29-Jährigen überwiegt die Ablehnung knapp, ab 30 Jahren steigt die Zustimmung auf mehrheitsfähige Werte. Regional ist die Unterstützung in ländlichen Räumen mit 60 Prozent und in Vorstädten mit 63 Prozent stärker ausgeprägt als in Großstädten mit 52 Prozent. Die Wahrnehmung eines Tabubruchs liegt in Städten höher als im Umland.

🧪 Methodik der Erhebung Befragt wurden online 2343 Personen im Zeitraum vom 24. bis 27. Oktober 2025. Auftraggeber der Untersuchung war WELT AM SONNTAG, die Erhebung führte YouGov durch.

⚖️ Einordnung und Signalwirkung Die Zahlen deuten auf eine politisch relevante Verschiebung hin: Zwischen der Rhetorik mancher Parteispitzen und den Stimmungen in der Breite klafft eine Lücke, selbst innerhalb des sozialdemokratischen Spektrums. Wer innere Sicherheit und Integrationspolitik glaubwürdig ordnungspolitisch ausbuchstabiert, kann mit Rückenwind rechnen. Für Frauen- und Allgemeinsicherheit sind konsequente Strafverfolgung, sichtbare Polizeipräsenz und belastbare Unterstützungseinrichtungen zentral – ohne Symboldebatten, aber mit klarer Problembeschreibung. Merz hat offenkundig einen Nerv getroffen; entscheidend wird nun, ob der Politikalltag diesem Stimmungsbild mit wirksamen Maßnahmen folgt.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Umfragedaten sind ein Realitätscheck, den Politik nicht relativieren sollte. Wenn selbst die Hälfte der SPD-Basis zustimmt, ist die Debatte in der Mitte der Gesellschaft angekommen und verlangt nüchterne Ordnungspolitik statt moralisierender Scheindebatten. Sicherheit braucht Konsequenz: Strafverfolgung ohne Ausnahmen, sichtbare Polizei und verlässliche Hilfsstrukturen für Frauen. Wer Probleme nicht klar benennt, verliert Vertrauen und Handlungsfähigkeit. Merz hat die richtigen Fragen aufgeworfen; jetzt gilt es, entschlossen nachzuliefern – mit Taten, nicht mit Tonfallkritik.

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