🚨 Alarm aus der Oberlausitz Die regionale Wirtschaft warnt: Ohne verbindliche Wasserstoffstrategie des Bundes verliert die Oberlausitz Zeit und womöglich den Anschluss an künftige Energie- und Industrieinfrastruktur.
📍 Fachkonferenz in Senftenberg Auf einer Fachkonferenz am 3. November 2025 diskutierten regionale Akteure den Stand, die Probleme und Chancen von Wasserstoff. Vertreter der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz kritisierten fehlende Planungssicherheit und warnten vor Verzögerungen bei zentralen Anbindungen.
🏭 Schlüsselstandorte Schwarze Pumpe und Boxberg Für die Erschließung der Oberlausitz gelten der Industriepark Schwarze Pumpe und das Kraftwerk Boxberg als entscheidende Knoten. Beide müssen an das entstehende Wasserstoffnetz angebunden werden, um industrielle Nachfrage und zukünftige Transformationsprojekte abzusichern.
🧭 Studie mit 14 Bedarfspunkten Eine benannte Studie weist 14 Standorte mit erkennbarem Wasserstoffbedarf in der Region aus. Vorgesehen ist ein Abzweig vom nationalen Kernnetz mit einem größeren und einem kleineren Ast; als Zielmarke war im Vorjahr 2035 formuliert worden.
🏗️ Bundesweite Rahmenlage Die Bundesnetzagentur hat am 22. Oktober 2024 das von Fernleitungsnetzbetreibern vorgeschlagene Wasserstoff-Kernnetz genehmigt: 9.040 Kilometer Leitungen, rund 60 Prozent Umstellung von Erdgasleitungen und 40 Prozent Neubau, mit schrittweiser Inbetriebnahme bis 2032 und veranschlagten Investitionen von etwa 18,9 Milliarden Euro. Das Kernnetz soll künftige Wasserstoffcluster bundesweit verbinden.
⏳ Unsicherheiten bei regionalen Abzweigen Für Regionen wie die Oberlausitz bleibt entscheidend, wann und wie regionale Stichstrecken tatsächlich umgesetzt werden. Ohne belastbare Timelines und Zusagen riskieren Unternehmen, Investitionen zu verschieben oder an andere Standorte zu verlagern.
⚠️ Paradoxe Ausgangslage Aus Sicht der regionalen Wirtschaftsförderer sind Projekte und Nachfrageindikatoren vorhanden, doch die fehlende bundesweite Umsetzungsstrategie erschwert verlässliche Prognosen. Ohne Anbindung von Schwarze Pumpe und Boxberg könnten zentrale Industriezweige nicht von der H2-Infrastruktur profitieren. Das konterkariert das Ziel, strukturschwache Regionen über Zukunftstechnologien zu stärken, und macht die 14 Bedarfspunkte abhängig von Entscheidungen außerhalb der Region.
✅ Konkrete Erwartungen an den Bund Gefordert sind belastbare Entscheidungen und klare Prioritäten, die Investitionen ermöglichen. Die Region benennt dafür zentrale Elemente:
- Klar datierte Projekte für regionale Anschlüsse
- Priorisierte Abzweige in Richtung Schwarze Pumpe und Boxberg
- Transparente Finanzierungspfade für Planung und Bau
- Verbindliche Meilensteine für alle ausgewiesenen Bedarfspunkte
📌 Fazit Die Genehmigung des Kernnetzes ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber keine operative Roadmap für regionale Anschlüsse. Wer den industriellen Umbau ernst meint, muss die Lausitz planbar an das Netz bringen – mit verlässlichen Terminen für Schwarze Pumpe, Boxberg und die Bedarfspunkte. Andernfalls droht eine Region, die beim Strukturwandel vorgebaut hat, beim Wasserstoff außen vor zu bleiben, wenn es darauf ankommt.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Bund muss liefern: Ankündigungen reichen nicht, es braucht verbindliche Timetables und Verantwortlichkeiten. Wer den Strukturwandel politisch verspricht, darf die Oberlausitz nicht auf dem Abstellgleis warten lassen. Ohne klare Abzweige bleibt das Kernnetz für die Region bloße Kulisse. Planungssicherheit ist jetzt industriepolitische Pflicht, nicht Kür. Halbherzigkeit kostet Wettbewerbsfähigkeit – und am Ende Arbeitsplätze.


