📊 Umfrageergebnis im Überblick Eine exklusive YouGov-Erhebung für WELT AM SONNTAG zeigt breiten Rückhalt für die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßene Stadtbild-Kritik: 50 Prozent der befragten SPD-Unterstützer halten die Aussage nicht für einen Tabubruch, sondern für die Benennung eines realen Problems; 29 Prozent sehen darin einen Tabubruch, 13 Prozent bleiben neutral. In der Gesamtbevölkerung liegt die Zustimmung bei 58 Prozent. Befragt wurden online 2343 Personen vom 24. bis 27. Oktober 2025.
🧭 Hintergrund und Streitlinien Merz verwies auf Probleme im Stadtbild im Kontext irregulärer Migration – formuliert als Kritik an Regelverstößen und fehlender Integration. Die Zuspitzung provozierte scharfe Reaktionen in Teilen der Koalition: SPD-Chef Lars Klingbeil warnte vor spaltender Sprache; zugleich rückten Grüne und SPD-Vertreter Fragen der Frauensicherheit und häuslichen Gewalt in den Fokus. Die Debatte verläuft entlang zweier Linien: konsequentere Migrations- und Ordnungspolitik auf der einen, stärker sozial- und sicherheitspolitisch ausgerichtete Ansätze auf der anderen.
🧮 Parteipräferenzen Die Zustimmung variiert stark nach politischer Nähe: Am höchsten ist sie bei Unionsanhängern mit 82 Prozent, gefolgt von AfD-Wählern mit 79 Prozent. Anhänger von Grünen (65 Prozent) und Linkspartei (61 Prozent) lehnen die Merz-Einordnung mehrheitlich ab.
👥 Altersprofil der Zustimmung Mit dem Alter wächst der Zuspruch: 35 Prozent bei den 18–29-Jährigen (bei gleichzeitig 38 Prozent Ablehnung), 51 Prozent bei den 30–39-Jährigen; ab 40 Jahren steigt die Zustimmung auf 62 bis 69 Prozent.
🗺️ Stadt-Land-Gefälle Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Land (60 Prozent) und Vorstädte (63 Prozent) liegen über der Großstadt (52 Prozent), wo die Tabubruch-Lesart häufiger ist.
📈 Zweite Messung bestätigt Trend Das ZDF-Politbarometer vom 24. Oktober 2025 meldet 63 Prozent Zustimmung zu der Aussage von Merz, 29 Prozent nicht; auch dort ist die Zustimmung unter Älteren höher als unter Jüngeren. Binnen weniger Tage stützen damit zwei Erhebungen den Befund einer gesellschaftlichen Mehrheit, die sich eine sichtbar konsequentere Ordnungspolitik im öffentlichen Raum wünscht.
🧩 Politische Bedeutung Die Daten signalisieren eine wachsende Diskrepanz zwischen Funktionärsebene und Basis – selbst in der SPD. Wer die Stadtbild-Kritik pauschal als rhetorische Grenzverschiebung abtut, unterschätzt eine mehrheitsfähige Wahrnehmung: Bürger erwarten, dass Regeln gelten, Aufenthaltsrecht durchgesetzt und Belästigungen wie Alltagskriminalität spürbar eingedämmt werden.
🛠️ Doppelansatz: Ordnung und Integration Eine konservative Antwort setzt nicht auf Lautstärke, sondern auf Wirksamkeit. Im Kern geht es um einen klaren Doppelansatz – Ordnung plus Integration – der das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum verlässlich stärkt.
- klare Zuständigkeiten
- zügige Verfahren
- konsequente Abschiebungen bei fehlendem Status
- Förderung derer, die arbeiten und sich integrieren wollen
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Zahlen sind ein Auftrag zur Rückkehr zu klarer Ordnungspolitik. Wer Probleme im Stadtbild benennt, spaltet nicht – er übernimmt Verantwortung. Die Regierung muss Recht durchsetzen, Verfahren beschleunigen und Abschiebungen bei fehlendem Status konsequent vollziehen, statt um Begriffe zu streiten. Gleichzeitig gilt: Wer arbeitet und sich integriert, verdient Unterstützung. Nur dieser Doppelansatz stärkt Vertrauen und Sicherheit im öffentlichen Raum.


