đ° Brandbrief an den Kanzler Alle 16 Landeshauptstädte haben Ende Oktober 2025 einen gemeinsamen Hilferuf an Bundeskanzler Friedrich Merz gesendet und eine Neuordnung der kommunalen Finanzen gefordert.
đ Finanzlage: Rekorddefizit 2024 Die kommunale Finanzlage hat sich deutlich verschlechtert; der Kommunale Finanzreport 2025 weist fĂźr 2024 ein Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro aus. Haupttreiber sind steigende Sozialausgaben und wachsende Personalkosten.
đ¤ ParteiĂźbergreifender Schulterschluss Initiiert wurde der VorstoĂ von Stuttgarts OberbĂźrgermeister Frank Nopper (CDU). Die Stadtspitzen aller Landeshauptstädte bĂźndeln damit Ăźber Parteigrenzen hinweg ihren Druck auf Bund und Länder.
đ Die Kernforderungen In dem Schreiben werden drei Punkte als unverzichtbar hervorgehoben:
- Gesetzlich verankerte vollständige Kompensation kßnftiger Mehrbelastungen der Kommunen.
- Nachträgliche finanzielle Wiedergutmachung fßr bereits ßbertragene, aber unterfinanzierte Aufgaben.
- Selbstverpflichtung der Länder, nur finanziell hinterlegte Gesetze zu beschlieĂen.
âď¸ Zuständigkeiten klar regeln Zusätzlich wird eine eindeutige Festlegung verlangt, dass neue kommunale Pflichten durch Landesrecht auszugestalten sind, um kommunale Rechte zu sichern.
đ§Ž Gegenfinanzierung als Grundprinzip Der Brandbrief markiert eine rote Linie: Wer Aufgaben auf Kommunen verlagert, muss sie gegenfinanzieren. Statt kurzfristiger ZuschĂźsse braucht es belastbare Regeln nach dem Prinzip âWer bestellt, bezahltâ.
đ§ Risiken ohne strukturelle Reform Ohne eine Neuordnung drohen weitere Investitionsstaus, sinkende Servicequalität und ein wachsender Vertrauensverlust in staatliche Handlungsfähigkeit.
đ§ Prioritäten und Kassensturz Gefordert sind eine klare Priorisierung im Sozialbereich sowie ein ehrlicher Kassensturz zwischen Bund und Ländern. Nur so lassen sich tragfähige, planbare Finanzbeziehungen herstellen.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Der Hilferuf der Landeshauptstädte ist Ăźberfällig und richtig. Finanzpolitik braucht Regeln, keine Ad-hoc-Programme; das Prinzip Wer bestellt, bezahlt muss verbindlich gelten. Bund und Länder dĂźrfen Sozialausgaben nicht weiter ausweiten, ohne die Kommunen dauerhaft auszustatten. Wer Aufgaben Ăźberträgt, muss die Rechnung begleichen â alles andere ist Staatsversagen. Friedrich Merz sollte die Forderungen aufgreifen und eine harte, aber ehrliche Ordnung der Zuständigkeiten durchsetzen.


