🧱 Richtfest und Zeitplan Am 15. Oktober 2025 wurde in Hoyerswerda-Schwarzkollm das Richtfest für das Smart Mobility Lab der TU Dresden gefeiert. Der Forschungscampus soll 2027 in Betrieb gehen und als neuer Anker für die Mobilität der Zukunft in der Lausitz dienen.
📌 Strategische Bedeutung Die Projektträger verknüpfen wirtschaftliche Impulse mit dem Anspruch, Technologien vom automatisierten Fahren bis zum autonomen Fliegen unter realen Bedingungen zu erproben. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und TU-Rektorin Ursula Staudinger betonten die Bedeutung für die Region; Staudinger hob die europaweite Einzigartigkeit der geplanten Plattform für vernetzte und automatisierte Mobilität hervor.
🏭 Strukturwandel in der Lausitz Nach dem politisch beschlossenen Kohleausstieg steht die Lausitz vor der Aufgabe, Wertschöpfung, Forschung und qualifizierte Arbeit neu aufzubauen. Der TU-Forschungscampus in Hoyerswerda ist Teil dieser Neuaufstellung: Er entsteht auf einem rund 38.000 Quadratmeter großen Areal im Industriegebiet Schwarzkollm/Laubusch und bündelt Forschung zu vernetzter, automatisierter und sicherer Mobilität auf Straße, in der Luft und in der Landwirtschaft. Die bauliche Fertigstellung ist bis Ende 2026 vorgesehen, der Start des Forschungsbetriebs für 2027.
🏗️ Infrastruktur und Dimensionen Kernstück ist eine Fahr- und Flugversuchshalle mit rund 42 Metern Höhe und knapp einem Hektar Nutzfläche für praxisnahe Tests von Fahrzeugen, Drohnen und Robotik. Ergänzend stehen modernste Simulatoren bereit – darunter ein hochdynamischer Fahrsimulator und ein Fußgängersimulator –, um komplexe Verkehrsszenarien kontrolliert zu erproben.
🧪 Forschungsschwerpunkte Der Campus bündelt mehrere Schwerpunkte, die sicherheitskritische und anwendungsnahe Fragestellungen adressieren.
- SivaS: Sicherheit des vernetzten und automatisierten Straßenverkehrs
- TAFAS: Testcenter für automatisiertes Fliegen und autonome Systeme
- FarmingSwarm-Cobots: kooperative Robotik für landwirtschaftliche Anwendungen
- TERECULT: rekultivierungsorientierte Robotik
💶 Finanzierung und Arbeitsplätze Das Vorhaben stützt sich auf mehr als 86 Millionen Euro, überwiegend bereitgestellt durch Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen im Rahmen der Strukturstärkung. Geplant ist die Schaffung von über 300 Arbeitsplätzen. Bei der Richtfestfeier wurde die überregionale Strahlkraft des Projekts hervorgehoben.
⚖️ Chancen und Bedingungen Mit dem Richtfest ist ein sichtbarer Meilenstein erreicht. Ausschlaggebend für den Erfolg bleiben Termintreue bis Ende 2026, eine verlässliche Betriebskostenfinanzierung und die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Ebenso entscheidend ist die industrielle Andockfähigkeit: Nur wenn Zulieferer, Mittelstand und Start-ups die Infrastruktur produktnah nutzen, entstehen dauerhafte Arbeitsplätze jenseits der Projektförderung. Gelingt dieser Transfer, kann der Campus in Hoyerswerda zum Taktgeber des Strukturwandels werden – mit Substanz statt Symbolik.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das Projekt verdient Anerkennung für Tempo und Zielklarheit, doch jetzt beginnt die Bewährungsprobe. Ohne strikte Termintreue und belastbare Betriebskostenplanung bleibt es ein teures Versprechen. Maßstab ist die industrielle Nutzung, nicht der Eventcharakter. Öffentliche Mittel dieser Größenordnung verlangen konkrete Ergebnisse im Transfer zu Zulieferern, Mittelstand und Start-ups. Gelingt dies, stärkt der Campus die Region nachhaltig; gelingt es nicht, überwiegt Symbolpolitik zulasten der Lausitz.


