Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt die Weichen für eine weitreichende Reform des Arbeitszeitgesetzes. Ziel: Mehr Arbeit, mehr Effizienz – und damit ein Gegenmittel gegen die schwächelnde Wirtschaft. Millionen Arbeitnehmer sind betroffen.
Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit ⏱️
Die Regierung plant, die tägliche Begrenzung von acht bis zehn Stunden abzuschaffen und durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen. Das würde bedeuten: Arbeitstage von weit mehr als zehn Stunden wären künftig möglich – solange die Wochenarbeitszeit nicht überschritten wird.
Merz selbst hatte schon zuvor klargestellt:
„Mit Viertagewoche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten.“
Die Regierung argumentiert, die neue Regelung ermögliche mehr Flexibilität und bessere Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Kritiker sehen das Gegenteil.
Kritik von Gewerkschaften ❌
Eine Studie des WSI der Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Drei Viertel der Arbeitnehmer lehnen die Reform ab.
- Sorge vor gesundheitlichen Belastungen 🤒
- Weniger Zeit für Familie und Kinder 👨👩👧👦
- Risiko von Überlastung und Burnout 💥
Vor allem Frauen fürchten, dass unbezahlte Sorgearbeit zusätzlich erschwert werde.
Wirtschaft fordert Anpassung 💼
Arbeitgeberverbände wie Dehoga oder BDA sehen in der Reform einen überfälligen Schritt:
- Starre tägliche Grenzen seien nicht mehr zeitgemäß.
- In Branchen wie Gastronomie oder Pflege brauche es mehr Flexibilität.
- Schon heute arbeiten viele Beschäftigte regelmäßig über zehn Stunden am Tag.
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte, Deutschland müsse sich stärker an den EU-Nachbarn orientieren.
Hintergrund: Aktuelles Recht ⚖️
Das Arbeitszeitgesetz erlaubt bisher:
- Max. 8 Stunden pro Tag
- Verlängerung auf 10 Stunden, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Schnitt von 8 Stunden eingehalten wird
Diese Schutzregel könnte nun fallen – zugunsten einer Wochenarbeitszeit, die deutlich längere Arbeitstage ermöglicht.
Kommentar 🖊️
Mehr schuften, weniger Familie?
Die Reformpläne der Merz-Regierung sind eine bittere Pille. Natürlich braucht unsere Wirtschaft Flexibilität – aber nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Wer die tägliche Grenze kippt, öffnet Tür und Tor für 12-Stunden-Tage, Dauerstress und gesundheitliche Schäden.
➡️ Fakt ist: Die Menschen wollen nicht länger arbeiten – sie wollen besser arbeiten. Weniger Bürokratie, weniger Steuern, mehr Anreize für Leistung. Stattdessen soll der Bürger nun den Wohlstandsverlust ausbaden, den die Politik selbst verschuldet hat.
Das Rezept „Mehr schuften, egal wie“ ist ein gefährlicher Irrweg.


