Hamburg/München. Die Diskussionssendung „Klar“, produziert von NDR und BR, geht weiter – doch ohne Julia Ruhs im Norden. Der NDR setzt die Zusammenarbeit mit der Moderatorin nicht fort, während der Bayerische Rundfunk (BR) an ihr festhält. Eine Entscheidung, die für politischen Zündstoff sorgt.
🚨 Offener Brief, Kritik und Distanzierungen
Offizielle Gründe nannte der NDR nicht. Doch laut Medienberichten hatten rund 250 Mitarbeitende des Senders in einem offenen Brief Kritik am Format geübt. Auch der Verein Neue deutsche Medienmacher:innen hatte die Auftaktsendung im April 2025 zum Thema Migration als „Tiefpunkt“ bezeichnet.
Im Programmausschuss hieß es, das Format sei „zu stark emotionalisiert“ und habe „mangelnde Ausgewogenheit“.
🎤 Moderatorin Julia Ruhs reagiert empört
Für Julia Ruhs ist der Schritt ein Schock. Auf X (Twitter) sprach sie von einem „Armutszeugnis“ und warf den Verantwortlichen „Cancel Culture“ vor.
„Mein ‚Klar‘-Team und ich haben unglaublich viel Zuspruch bekommen – von Menschen, die das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon verloren hatten. Wir haben also genau das geschafft, wovon die Sender träumen – eine verlorene Zielgruppe zurückzugewinnen.“
Ruhs weiter:
„Das schadet dem Ruf des ÖRR insgesamt – die Verantwortlichen werden merken, was für ein Fehler das war.“
Beim BR wird sie die Sendung weiter präsentieren.
📊 Zuschauer: Mehrheit lobte „Klar“
Eine repräsentative Online-Studie zeigt: 63 Prozent der Befragten bewerteten die drei Pilotfolgen mit der Schulnote 1 oder 2. BR-Programmdirektor Thomas Hinrichs sprach von „ermutigenden Werten“. NDR-Programmdirektor Frank Beckmann betonte, Ziel bleibe es, die „Vielfalt der Perspektiven“ abzubilden.
⚡ Politische Reaktionen: Wagenknecht spricht von Skandal
Sahra Wagenknecht (BSW) bezeichnete die Entscheidung als „Skandal“:
„Maulkorb statt Meinungsvielfalt! ‚Klar‘ ist der nächste Fall von Cancel Culture im ÖRR.“
Die Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen hätten „immer weniger mit der Lebensrealität der Bürger“ zu tun, so Wagenknecht. „Klar“ sei eine wohltuende Ausnahme gewesen. Sie forderte den ARD-Vorsitzenden auf, die Entscheidung rückgängig zu machen.
📝 Kommentar der Redaktion
🚨 Was beim NDR passiert, ist ein besorgniserregendes Signal. Statt kontroverse Debatten zuzulassen, wird wieder einmal eine unbequeme Stimme aussortiert. Cancel Culture im ÖRR – genau das, was Kritiker seit Jahren anprangern.
Julia Ruhs hat recht: Wer „Klar“ gesehen hat, weiß, dass dort Fragen gestellt wurden, die Millionen Menschen bewegen. Aber statt Meinungsvielfalt zuzulassen, geht der NDR den einfachen Weg – Anpassung an den linken Meinungskorridor.
Der Fall Ruhs zeigt: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den Kontakt zu großen Teilen der Bevölkerung längst verloren.


