Stuttgart. Der Autozulieferer Bosch verschärft seinen Sparkurs und will bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro in der Mobilitätssparte einsparen. Hintergrund ist die schwache Autokonjunktur und eine weltweit stagnierende Fahrzeugproduktion. Ein weiterer Stellenabbau scheint unausweichlich – betroffen sind vor allem Deutschland und Europa.
📉 Gründe für den Sparkurs
Die Branche steckt in der Transformation: Elektromobilität, Software, automatisiertes Fahren – all das kostet Milliarden. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage schwach. Bosch sieht sich gezwungen, die Kosten massiv zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Marktbedingungen haben sich weiter verschlechtert.
- Die Fahrzeugproduktion stagniert weltweit.
- Verzögerungen bei E-Mobilität und Automatisierung bremsen zusätzlich.
👷 Mehr als 15.000 Jobs bereits gestrichen
Schon in den vergangenen Monaten hatte Bosch zahlreiche Stellen gestrichen:
- 7.000 Arbeitsplätze im Frühjahr 2024.
- Weitere 5.500 Jobs im November.
- Zusätzlich 1.500 Stellen in Reutlingen, Abstatt und Holzkirchen.
Insgesamt sind damit bereits über 15.000 Arbeitsplätze betroffen – davon rund 10.000 allein in Deutschland. Wie viele Stellen mit den neuen Maßnahmen wegfallen, ist noch unklar.
⚖️ Betriebsrat kritisiert „Salamitaktik“
Der Gesamtbetriebsrat wirft der Unternehmensführung fehlende Transparenz vor:
„Wir erwarten, dass das Management endlich konkret wird. Schluss mit der Salamitaktik“, so Betriebsratschef Frank Sell.
Die Beschäftigten fordern eine klare Perspektive für die Standorte in Deutschland.
📊 Trotz Krise leichtes Wachstum
Auf der IAA Mobility zeigte Bosch zuletzt aber auch positive Zahlen:
- Die Zuliefersparte rechnet für 2025 mit einem Umsatzplus von knapp zwei Prozent.
- Man wachse trotz schwacher Fahrzeugnachfrage und globaler Stagnation.
- Bosch setzt auf Zukunftsfelder wie Sensorik, Software, Hochleistungsrechner, Lenk- und Bremssysteme.
📝 Fazit
Bosch steht vor einem Dilemma: Einerseits wächst das Unternehmen in Zukunftstechnologien, andererseits drohen weitere Arbeitsplatzverluste. Ob der Sparkurs langfristig Wettbewerbsfähigkeit oder Arbeitsplatzvernichtung bedeutet, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
🖊️ Kommentar der Redaktion
Bosch ist ein Traditionsunternehmen – und gerade deshalb wiegt der Stellenabbau so schwer. Über 15.000 Jobs in weniger als zwei Jahren zeigen, dass die Transformation nicht nur eine technische, sondern eine soziale Krise ist. Wenn die Politik weiter auf Elektromobilität setzt, ohne verlässliche Märkte zu schaffen, werden Konzerne wie Bosch zum Abbau gezwungen. Doch wer heute Jobs vernichtet, schwächt die Innovationskraft von morgen.


