🇦🇫 Anwalt erhebt schwere Vorwürfe: Bundesregierung lässt gefährdete Afghanen im Stich

Der Fall um Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage in Pakistan

Ein Interview mit dem Migrationsrechtler Matthias Lehnert wirft ein grelles Licht auf den Umgang der Bundesregierung mit schutzsuchenden Afghan:innen. Rund 2.300 Menschen warten mit Aufnahmezusage in Pakistan auf ein Visum nach Deutschland. Doch seit Mitte August wurden 260 Betroffene abgeschoben – zurück ins Taliban-Regime, das sie zuvor bekämpft oder kritisiert hatten.

Lehnert spricht von „absoluter Hölle“ für seine Mandanten: Angst vor Festnahmen, Abschiebung und der Verlust jeglicher medizinischer Versorgung. Besonders bitter: Gerichte haben in rund 40 Fällen entschieden, dass sofort Visa ausgestellt werden müssen – doch das Bundesinnenministerium (BMI) blockiert.


⚖️ Rechtsprechung kontra Regierung

  • Verwaltungsgericht Berlin und OVG Berlin-Brandenburg haben entschieden: Visa müssen ausgestellt werden.
  • Das BMI jedoch widerrief in etwa 40 Fällen die Aufnahmezusage – teils sogar nach positiven Gerichtsurteilen.
  • Folge: Betroffene verlieren ihren Aufenthaltsstatus in Islamabad und sind akut von Abschiebung bedroht.

Lehnert spricht von einer „systematischen Strategie, unliebsame Rechtsprechung zu torpedieren“. Besonders drastisch: In einem Fall wurde einer hochschwangeren Frau (38. Woche) die Unterkunft entzogen.


🏛️ Juristische Gegenwehr

  • Anwälte klagen erfolgreich gegen Rücknahmen.
  • Das Verwaltungsgericht Ansbach entschied jüngst, dass das BMI rechtswidrig handelte.
  • Hintergrund: „Nachträgliche Gefährdungsüberprüfungen“ seien nicht zulässig, wenn die Gefahr schon einmal bejaht wurde.

🔍 Unterschiedliche Programme – gleiche Gefahr

  • Rund 1.200 Personen haben Aufnahmezusagen aus dem Bundesaufnahmeprogramm.
  • Weitere rund 1.100 Afghan:innen erhielten Zusagen aus Ortskräfte-, Menschenrechts- oder Überbrückungslisten.
  • Laut Lehnert sind sie genauso gefährdet: „Es war Glück oder Pech, in welches Programm jemand fiel.“

🗣️ Anwalt Lehnert im O-Ton

„Ein solches Ausmaß an Rechtlosigkeit und konzertierter Menschenverachtung habe ich noch nicht erlebt. Es ist beschämend, wie die Bundesregierung mit rechtsstaatlichen Grundsätzen umgeht.“


📝 Kommentar / Fazit

Die Fälle offenbaren eine erschreckende Schieflage: Während Gerichte Schutz einfordern, unterläuft die Exekutive diese Entscheidungen mit neuen Prüfungen und Widerrufen. Die Betroffenen – viele Frauenrechtlerinnen, Journalisten oder ehemalige Ortskräfte – schweben dadurch in Lebensgefahr. Wenn Deutschland hier versagt, wird nicht nur das Vertrauen in die Politik verspielt, sondern auch der Rechtsstaat selbst beschädigt.

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