Milliarden für Verteidigung – Sachsen will profitieren
Dresden – Die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung in die Verteidigung sorgen in Sachsen für rege wirtschaftliche Aktivitäten. Die drei Industrie- und Handelskammern (IHKs) Sachsens sehen große Chancen, dass der Freistaat vom wachsenden Rüstungsmarkt profitiert. Sie wollen das Thema gezielt vorantreiben – mit neuen Jobs, Innovationen und Wertschöpfung.
Sachsen als Rüstungsstandort – große Chancen für die Industrie
Die Zeitenwende, die vor drei Jahren von der Bundesregierung eingeläutet wurde, könnte auch eine Wende für Sachsens Industrie bedeuten. „Der Freistaat hat viel zu bieten – nicht nur als Industriestandort, sondern auch als Innovationsmotor mit internationaler Strahlkraft“, betonen die IHKs.
Beispielhaft ist der Einstieg des Rüstungskonzerns KNDS (Krauss-Maffei Wegmann + Nexter Defence Systems) in Görlitz. Dort sollen künftig Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma produziert werden. Für die Region ist das ein starkes Signal – mit Aussicht auf zahlreiche hochwertige Industriearbeitsplätze.
Wirtschaftsminister Panter unterstützt das Vorhaben
Auch Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) unterstützt diese Entwicklung. „Rüstungsinvestitionen bedeuten stabile Arbeitsplätze, Wertschöpfung und langfristige Perspektiven für unsere Industrie“, erklärt Panter. Besonders Chancen sieht er im Bereich der IT, Digitalisierung und Hightech-Fertigung, die auch für zivile Anwendungen nutzbar sind.
IHK lädt zum Branchentreffen im Herbst
Im Herbst wollen die Industrie- und Handelskammern Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung zusammenbringen. Ziel ist es, Sachsen als wichtigen Standort der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu etablieren. Dabei geht es nicht nur um klassische Rüstungsproduktion, sondern auch um Forschung, Entwicklung und moderne Technologien.
Kritik aus der Opposition – Sorge vor Militarisierung
Doch es gibt auch Kritik. Stimmen aus der Opposition, unter anderem von Bündnis Sahra Wagenknecht, warnen vor einer „zu starken Abhängigkeit von Rüstungsprojekten“. Stattdessen fordern sie, mehr in zivile Zukunftsbranchen zu investieren.
Fazit: Große Chance mit Risiken
Trotz der kritischen Stimmen sehen Sachsens Wirtschaft und Politik im Rüstungsboom eine große Chance. Es geht um Arbeitsplätze, Innovationen und Wertschöpfung – aber auch um die Frage, wie viel Militarisierung Sachsen will.