Israels Geheimdienst kündigt weitere Operationen an
Tel Aviv/Teheran – Israels Auslandsgeheimdienst Mossad bleibt auch nach dem Krieg gegen den Iran aktiv. Das kündigte Mossad-Chef David Barnea in einer seltenen öffentlichen Ansprache an. „Wir werden im Iran weiter präsent sein, wie wir es bisher waren“, erklärte Barnea in einem Video, das ihn bei einer Dankesrede vor Agenten zeigt.
Zusammenarbeit mit der CIA
Barnea betonte, Israel habe im Krieg Ziele erreicht, „die vorher fantastisch erschienen“. Man habe dem Iran erhebliche Schäden zugefügt. Besonders hob er die Zusammenarbeit mit der CIA hervor, die bei vielen Operationen mitgewirkt habe. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass es weiterhin 50 Geiseln im Gazastreifen gebe – darunter 30 Tote und 20 Überlebende. Es sei die „moralische Pflicht“, diese zurückzuholen.
Mossad tief im Iran aktiv
Nach übereinstimmenden Berichten waren Mossad-Agenten direkt im Iran im Einsatz. Sie sollen Drohnen und Präzisionswaffen innerhalb des Landes platziert und bedient haben, um Luftabwehrstellungen und Raketensilos zu zerstören. Während des Krieges kam es im Iran zu einer Verhaftungswelle mutmaßlicher Mossad-Spione.
Iran bestätigt Tod eines Top-Generals
Der Iran bestätigte inzwischen den Tod eines ranghohen Kommandeurs der Revolutionsgarden. General Ali Schadmani sei an seinen Verletzungen nach einem israelischen Angriff gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Das Militär kündigte „harte Vergeltung“ an. Bereits zuvor war Schadmanis Vorgänger Gholam Ali Raschid bei einem israelischen Angriff getötet worden.
IDF: Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen
Die israelische Armee (IDF) geht davon aus, dass die Angriffe das iranische Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen haben. Dennoch gibt es wachsende Zweifel daran, ob die Zerstörung wirklich so umfassend war wie behauptet.
IAEA drängt auf Inspektionen
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, fordert dringend den Zugang zu den angegriffenen Atomanlagen. „Die Rückkehr der Inspektoren hat oberste Priorität“, sagte er in Wien. Die IAEA will den Zustand der Uranbestände und Nuklearanlagen bewerten.
Wo ist das Uran?
Besonders besorgniserregend: Vom angereicherten iranischen Uran fehlt offenbar jede Spur. In einem Schreiben vom 13. Juni kündigte der Iran an, „besondere Maßnahmen“ zum Schutz seiner Nuklearmaterialien ergriffen zu haben. Experten befürchten, dass ein Großteil der Bestände die Angriffe unversehrt überstanden haben könnte.
Iran hebt Internetsperre auf
Nach knapp einer Woche hat der Iran die während des Krieges verhängte Internetsperre wieder aufgehoben. Laut Kommunikationsminister Sattar Haschemi ist der Zugang zum Netz wieder möglich. Nutzer berichten jedoch weiterhin über Einschränkungen und langsame Ladezeiten.