Taubenheim/Bautzen – Ein mysteriöser Einbruch in das historische Schloss Taubenheim beschäftigt derzeit das Amtsgericht Bautzen. Angeklagt ist ein 45-jähriger Mann aus Polen, dem vorgeworfen wird, im Januar dieses Jahres gewaltsam in das Schloss eingebrochen zu sein. Der Vorfall sorgt in der Region für Aufsehen – nicht nur wegen der Tat selbst, sondern auch wegen der Vorgeschichte und der offenen Fragen.
Zerstörte Fenster und aufgebrochene Türen
Laut Anklage soll der Mann in den frühen Morgenstunden des 20. Januar durch ein Fenster in das denkmalgeschützte Gebäude eingestiegen sein. Dabei hinterließ er deutliche Spuren: Zerborstene Glasscheiben, aufgebrochene Türen, eine durchwühlte Wohnung. Das Schloss, das sich in Privatbesitz befindet, wurde seit einiger Zeit als Wohnsitz genutzt. Der Eigentümer zeigte sich nach dem Vorfall tief erschüttert: „Ich habe mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr sicher gefühlt.“
Zufällige Festnahme mit brisantem Hintergrund
Nur wenige Stunden nach dem Einbruch wurde der Tatverdächtige von der Polizei in einem Nachbarort aufgegriffen – jedoch zunächst wegen eines ganz anderen Vorfalls: Der Mann war mit einem gestohlenen Auto unterwegs. Bei seiner Kontrolle entdeckten die Beamten dann Beweismittel, die auf eine Verbindung zum Einbruch im Schloss Taubenheim hindeuteten.
Gericht prüft Tatnachweis
Vor dem Amtsgericht Bautzen wird nun geprüft, ob die vorliegenden Beweise für eine Verurteilung ausreichen. Der Angeklagte bestreitet die Tat bislang. Auch über sein Motiv ist wenig bekannt. Die Staatsanwaltschaft legt besonderes Augenmerk auf die Einbruchswerkzeuge und persönliche Gegenstände, die am Tatort gefunden wurden.
Unsicherheit in der Region
Der Fall hat in der Region eine Debatte über die Sicherheit ländlicher Schlösser und Gutshäuser entfacht. Viele Eigentümer solcher historischen Anwesen fühlen sich unzureichend geschützt. Auch im Fall Taubenheim hatten die Bewohner bereits in der Vergangenheit über verdächtige Beobachtungen berichtet – doch konkrete Maßnahmen wurden nicht getroffen.
Das Urteil gegen den Angeklagten wird für kommende Woche erwartet.